Wie lassen sich Biomasse, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung sinnvoll miteinander verbinden? Antworten darauf gab der Deutsche Landschaftspflegetag 2026 in Kassel. Zwei Schwerpunkte beleuchteten die Chancen der ländlichen Bioökonomie und der Agroforstwirtschaft. Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) war in zwei Fachforen mit Beiträgen vertreten.

Bioökonomie stärkt den ländlichen Raum
Im Fachforum „Wohin mit dem Gras? Chancen für den ländlichen Raum“ präsentierten die drei Gewinnerprojekte des Ideenwettbewerbs „Bioökonomie im ländlichen Raum“ des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) ihre innovativen Ansätze. Die Beispiele zeigten eindrucksvoll, wie eine intelligente Nutzung von Biomasse regionale Wertschöpfung schafft, den Klimaschutz unterstützt und gleichzeitig vielfältige Kulturlandschaften erhält.
Als Partner des Wettbewerbs brachte das IfaS seine Expertise ein. Frank Wagener, Jurymitglied und Bereichsleiter Biomasse und Kulturlandschaftsentwicklung am IfaS, stellte in seinem Vortrag (s. unten) die Bedeutung des angewandten Stoffstrommanagements für die Entwicklung regionaler Bioökonomien vor. Durch die Analyse von Stoff- und Geldströmen werden bislang ungenutzte Potenziale sichtbar und neue, nachhaltige Wertschöpfungsketten angestoßen.

Seine Botschaft war klar: Die Zukunft ländlicher Räume liegt in der intelligenten Nutzung ihrer natürlichen Ressourcen und regionalen Kooperationen für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Ideen. Eine große Chance für die bundesweit vertretenen Landschaftspflegeverbände.
Agroforst: Mehrwert für Landwirtschaft und Landschaft
Großes Interesse weckte am Nachmittag das Fachforum „Agroforst in der Praxis – Wie kann sich das lohnen?“. Steigende Temperaturen (… es war echt heiß) und zunehmende Wetterextreme machen deutlich, wie wichtig widerstandsfähige landwirtschaftliche Systeme werden.
Anhand des Projekts MODEMA sowie des Schwesterprojekts AGROfloW zeigte Frank Wagener, wie produktionsintegrierte Kompensation (PIK) mit Agroforstsystemen erfolgreich umgesetzt werden kann. Die Praxisbeispiele aus Böhlitz und dem renaturierten Tauchnitzgraben verdeutlichten sowohl die Herausforderungen als auch die vielfältigen Chancen dieses Ansatzes.

Das Fazit: Agroforstsysteme verbinden landwirtschaftliche Produktion mit Klima-, Boden- und Naturschutz und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Kulturlandschaften.
Gemeinsam Zukunft gestalten
Die vorgestellten Projekte werden vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert. Diese Unterstützung schafft die Grundlage, innovative Lösungen für eine nachhaltige Landnutzung zu entwickeln und die Bioökonomie in ländlichen Regionen weiter voranzubringen.
Wir bedanken uns herzlich für diese Förderung und die Möglichkeit, gemeinsam an einer zukunftsfähigen Kulturlandschaft zu arbeiten.
Fotos: Dr. Steffi Schillem (DeFAF e.V.) & DVL.
Vorträge (Präsentationen)
Wie können Akteure des ländlichen Raums Teil der bioökonomischen Transformation sein?
Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen mit Agroforstsystemen – eine gute Idee?
