
Der etwas sperrige Begriff „produktionsintegrierte Kompensation“ kurz PIK wird in Sachsen durch den Aufbau von Agroforstkulturen nicht nur lebendig, sondern ist bereits auf dem Weg in die Praxis.
Am vergangenen Dienstag gründete sich im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) eine kleine Arbeitsgruppe aus ExpertInnen des Naturschutzes, der Wasserwirtschaft und der Landwirtschaft, um die praktische Einführung von Agroforstkulturen als PIK vorzubereiten. Denn derzeit befindet sich eine aktualisierte „Handlungsempfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Freistaat Sachsen“ im Zeichnungsprozess des SMUL. Parallel wurden im Projekt AGROfloW bereits drei PIK-fähige Praxisflächen im Zusammenwirken mit Landwirten, Flächeneigentümern, Kommunen und Unternehmen in 2025 und 2026 etabliert. Diese parallele Entwicklung sowohl der fachmethodischen Grundlage als auch der Pilotflächen ist eine hervorragende Basis, um gemeinsam mit den Genehmigungsbehörden, den Kommunen und dem SMUL in und mit der Praxis vernünftige Kooperationen sichtbar zu machen und auftretende Fragen der Praktiker bearbeiten und passende Lösungen umsetzen zu können.
Frank Wagener vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) freute sich nach dem Auftakt der AG im SMUL: „Die neue Handlungsempfehlung für Sachsen sieht in Zukunft nicht nur elf verschiedene Maßnahmen für eine produktionsintegrierte Kompensation mit landwirtschaftlichen Betrieben vor, sondern verbindet so grundsätzlich den angewandten Naturschutz mit der modernen Landwirtschaft.“
Diese konstruktive Basis gilt es nun auszubauen, Herausforderungen bzw. Unsicherheiten faktenbasiert aufzulösen und im Ergebnis einen „Waschzettel“ für die Praxis herzustellen. Das Land Sachsen geht hier voran und dokumentiert damit auch, dass die Unterstützung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Förderung anwendungsbezogener Forschungsprojekte wie AGROfloW und MODEMA nicht nur notwendig ist, sondern auch neue Perspektiven und echte Fortschritte im Land ermöglicht.
